Vielfältige Einblicke beim Infonachmittag am Jacobson-Gymnasium Seesen
Organe sortieren, an einem Krückenrennen teilnehmen und
beobachten, wie mithilfe einer normalen Batterie Stahlwolle entzündet wird - Wo
kann man das und noch vieles mehr an einem einzigen Nachmittag erleben? Die
Antwort lautet: Beim Infonachmittag des Jacobson-Gymnasiums Seesen. Mit Musik,
Mitmachaktionen und vielen spannenden Einblicken in den Schulalltag
präsentierte sich das JGS den zukünftigen Schülerinnen und Schülern sowie ihren
Eltern. Zahlreiche Viertklässler nutzten die Gelegenheit, die Schule, ihre
Fächer und Angebote kennenzulernen.
Den musikalischen Auftakt gestaltete die Chorklasse 6C mit
einem schwungvollen Frühlings-Medley, begleitet am Klavier von Rebekka
Schanbacher. Die Klasse und ihre Lehrerin sind aufgrund eines
krankheitsbedingten Ausfalls spontan eingesprungen und wurden dafür mit viel
Applaus belohnt.
Nach den ersten begrüßenden Worten des Schulleiters Stefan
Bungert startete das bewährte Konzept des Schnupperunterrichts in Latein und
Französisch. Hier konnten die Grundschüler erste Eindrücke von den angebotenen
Fremdsprachen gewinnen und aktiv mitarbeiten. Zeitgleich stellte Herr Bungert
den Eltern das Unterrichts- und
Profilierungsangebot des JGS vor und gab Tipps zur Wahl der zweiten
Fremdsprache sowie zur Gestaltung des Übergangs auf das Gymnasium.
Im Anschluss daran begann die Fächer-Rallye durch das
Schulgebäude. In kleinen Gruppen, begleitet von engagierten Patenteams aus der
Schülerschaft, erkundeten die Viertklässler verschiedene Fachbereiche. Überall
warteten praktische Aufgaben und Mitmachstationen.
Im Fach Informatik präsentierte ein Kurs des 13. Jahrgangs
selbst programmierte Spiele und ferngesteuerte Objekte, die direkt ausprobiert
werden konnten. Geschichte bot eine Zeitreise, während die Kinder im Fach
Englisch einen interaktiven „Trip nach London“ durchliefen. In Religion sorgte
eine Spielshow nach dem Prinzip „1, 2 oder 3“ mit passenden Soundeffekten für
spannende Unterhaltung.
Besondere Einblicke gab es auch im Fach Kunst: Mitglieder
der Kunst-AG betreuten ein Suchspiel und führten zusätzlich durch eine
Ausstellung von Schülerarbeiten aus Jahrgang 9. Im Rahmen eines Design-Projekts
hatten die Schülerinnen und Schüler ausrangierte Bibliotheksstühle kreativ
umgestaltet. Die entstandenen Upcycling-Objekte zeigten viel Fantasie und
Originalität.
Naturwissenschaftlich wurde es in Chemie mit eindrucksvollen
Experimenten rund um Flammen und Farben. Besonders das Entzünden von Stahlwolle
mithilfe einer Batterie sorgte für Staunen bei den Grundschülern. In Biologie
konnten Organe sortiert und Mikroskope ausprobiert werden. Mathematik lockte
mit einem Zahlencode-Rätsel, bei dem verschiedene Stationen Hinweise lieferten,
um am Ende eine verschlossene Schatztruhe zu öffnen.
Auch der Schulsanitätsdienst (SSD) stellte seine Arbeit vor:
Die Kinder übten die stabile Seitenlage, lösten ein Quiz und traten zum
Abschluss bei einem Krückenrennen an. Im Fach Werte und Normen erwarteten die
Besucher ein kleines Theaterstück, ein Video und Gesprächsrunden. Sportliche
Aktivitäten fanden – wie gewohnt – im Pädagogischen Zentrum statt.
Während die Kinder das Schulleben aktiv erkundeten, konnten
Eltern an Führungen durch das Gebäude teilnehmen. Zudem informierte Frau
Schanbacher über das Konzept der Chorklasse und in der Cafeteria sorgte der
Eltern- und Freundeskreis der Schule mit einem großen Kuchenbuffet für eine
gemütliche Pause.
Dass auf dem Infonachmittag die große Bandbreite des
schulischen Angebots des JGS so kurzweilig präsentiert werden konnte, ist dem
starken Engagement vieler Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräften zu
verdanken. Sicher freuen sich viele der Grundschüler darauf, bald ein Teil
dieser Schulgemeinschaft zu sein.
Fotos: Katja König
Text: René Kürbitz
Glanzlichter und Gänsehaut – stimmungsvolles Lichterfest begeistert Publikum
Am Abend des 3. Dezembers verwandelte sich die Seesener
Kirche St. Andreas in ein echtes Lichtermeer: Das „Lichterfest“ des JGS wurde
zu einem eindrucksvollen Gemeinschaftserlebnis und begeisterte alle Anwesenden
von der ersten bis zur letzten Note.
Schon beim Einlass schwebte eine besondere Stimmung durch
die Kirchbänke: Viele Besucher waren gekommen, Geschwister, Eltern, Großeltern
und auch Pfarrer Weißer – neugierig auf Musik, Kerzenschein und besinnliche
Atmosphäre. Schnell wurde deutlich: Diese Veranstaltung sollte für mehr als
‚nur‘ Gesang stehen — sie sollte ein Abend des Zusammenhalts und der Freude
sein.
Maßgeblich gestaltet wurde der Abend von den
Musiklehrerinnen Rebekka Schanbacher und Jasmin Meister. Unter ihrer Leitung
und mit der Unterstützung ihres musikaffinen Kollegen Sören Brinck
präsentierten die aktuellen Chorklassen 5c und 6c, die Chor-AG und Schulleiter
Herr Bungert an der Orgel eine stimmungsvolle Mischung aus Liedern und einigen
Instrumentalstücken— viele sanft, einige beschwingt, stets getragen von
konzentriertem Zusammenspiel und kindlicher Begeisterung. Der Klang der
Stimmen, die bei Kerzenschein aufstiegen, und die ruhige, fast meditative
Atmosphäre im Kirchenschiff ließen so manchen Zuhörer innehalten.
Eingeleitet wurde der Abend durch das Orgelspiel des
Schulleiters, der den kerzenbeleuchteten Einzug der Schülerinnen und Schüler
untermalte. Nahtlos schloss sich die musikalisch-nachdenkliche Frage „Warum
zünden wir Lichter an in der dunklen Zeit?“ an. Es folgten abwechslungsreiche
Darbietungen, zum Beispiel ein „Full Moonlight-Kanon“, der von allen
Chorsängern und Chorsängerinnen gemeinsam musiziert wurde, Solostücke wie „Love
in the dark“, mitreißend dargeboten von Stefania und Leja aus dem Jahrgang 9 und
ein selbstkomponiertes Klavierstück, ein „Glockenkanon“ der 6c, bei dem
Glockenspiele passend zu den tatsächlich zufällig zeitgleich einsetzenden
Kirchenglocken gespielt wurden sowie ein Orgelsolo des Schulleiters, der sich
anschließend zu Wort meldete. Er äußerte sich erfreut über das Format des
Lichterfestes, bei dem er als ausgebildeter Kirchenmusiker erstmals seit
Amtsantritt gern mitgewirkt habe und bedankte sich bei der Kirchengemeinde, dem
anwesenden Pfarrer Weißer, den Sängerinnen und Sängern und den
Musiklehrkräften.
Es folgten schwungvolle musikalische Überlegungen der 5c
darüber, dass ein bereits verloren geglaubter Tag durch Musik doch noch
gerettet werden kann, bevor die Chor-AG mit „Evening rise“ wieder ruhigere Töne
anschlug. Den Abschluss bildete der Choral ‚Der Mond ist aufgegangen‘, der von
allen Mitwirkenden und dem Publikum mit Orgelbegleitung gesungen wurde.
Offensichtlich wollte danach noch niemand gehen; das
Publikum forderte eine Zugabe, die die Zuhörer mit den besinnlichen Klängen des
Anfangsstückes in den adventlich beleuchteten Abend entließ.
Die Resonanz danach war durchweg begeistert: Eltern,
Großeltern, Lehrer und Gemeindemitglieder lobten die tolle Atmosphäre, die
stimmungsvolle Beleuchtung, die schönen Stücke — und nicht zuletzt die starke
Leistung der Kinder. Viele hoben hervor, wie gut organisiert alles war und wie
unglaublich viel Spaß die Kinder offensichtlich gehabt hätten. Kommentare am
Rande wie „so etwas haben wir lange nicht mehr erlebt“ oder „das war großartig“
fielen mehrfach und spiegelten zum Stolz aller Mitwirkenden die allgemeine
Begeisterung wider.
Ein weiterer wichtiger Aspekt: Im Rahmen des Lichterfestes
wurden durch den Verein der Ehemaligen- und Freunde Spenden gesammelt, die
nicht nur dem guten Zweck dienen sondern ganz konkret der Unterstützung der
geplanten Musikfahrt im Februar. So verbindet das Lichterfest Gemeinschaft,
Musik und Engagement und sichert zugleich die Fortsetzung eines recht frisch
eingeführten schulischen Projekts.
Am Ende des Abends gingen viele mit Licht und Wärme im
Herzen nach Hause. Eines war klar: Das Lichterfest war nicht nur eine
musikalische Darbietung — es war ein kleines Fest der Gemeinschaft, der Freude
und der Hoffnung. Man darf auf eine zweite Auflage im nächsten Jahr gespannt
sein.