JGS gewinnt den Söding-Pokal
Am 23.01.2026 nahm das Jacobson-Gymnasium Seesen am
traditionsreichen 33. Hallenfußball-Turnier um den Söding-Pokal in Bad Harzburg
teil. Und kehrte mit einem verdienten Turniersieg samt Siegerpokal nach Seesen
zurück!
In den Gruppenspielen zeigte das Team, wie dann auch später in
den Finalspielen, sehr gute und konzentrierte Leistungen. Das erste Spiel wurde
souverän gegen das Team des NIG Bad Harzburg mit 3:0 gewonnen (Tore Artjom
Mayer, Jonas Heine, Marlon Schimke). Im zweiten Spiel folgte ein deutlicher und
hochverdienter 5:0-Sieg gegen eine Auswahl des Gastgebers vom
Werner-von-Siemens-Gymnasium Bad Harzburg (Tore 3x Artjom Mayer, 2x Rathish Uthayachanthiran).
Nach vielen vergebenen Chancen, meist vereitelt vom starken gegnerischen
Torwart, trennte sich das JGS im dritten Gruppenspiel mit einem 0:0 vom CvD
Gymnasium Goslar.
Vor dem letzten Gruppenspiel lag das JGS durch das vorherige
Remis zwei Punkte hinter der Robert-Koch-Schule Clausthal-Zellerfeld auf
Tabellenplatz 2. Durch einen 2:0 Sieg gegen eben diesen Gegner (Tore Marlon
Schimke, Rathish Uthayachanthiran) konnte man sich schlussendlich als
Gruppensieger mit 10 Punkten und 10:0 Toren souverän für das Halbfinale
qualifizieren.
Im Halbfinale ging es im Nachbarschaftsduell gegen das Roswitha-Gymnasium
Bad Gandersheim. In einem engen Spiel mit Chancen auf beiden Seiten war Elias
Habekost mit seinem Treffer zum entscheidenden 1:0 der Matchwinner.
Dort zeigten die Jungs ihre beste Turnierleistung gegen einen
sehr guten Gegner vom Eichsfeld-Gymnasium Duderstadt. Mit viel Engagement
konnte man einen verdienten Finalsieg erringen. Ein über mehrere Stationen
herausgespieltes 1:0 durch Marlon Schimke konnte durch eine Energieleistung von
Jan Linne zum verdienten 2:0 veredelt werden. Auch durch zwei hervorragende
Paraden des nicht nur auf der Linie, sondern auch im Spielaufbau starken
Torhüters Fabio Leupold brachte man unter großem Jubel den 2:0 Finalsieg und
den Siegerpokal letztlich souverän nach Seesen.
Fazit: Über den ganzen Turnierverlauf ein völlig verdienter
Turniersieg für das JGS, mit sehr guten und mannschaftlich geschlossenen
Leistungen, an welchen ausnahmslos alle Spieler ihre Anteile hatten. Besonders
hervorzuheben ist die Gesamtbilanz von 5 Siegen und einem Unentschieden, bei
13:0 (!) Toren. Man munkelt, dass eine Auswahl vom Jacobson-Gymnasium Seesen damit
erstmalig in 33 Jahren das Hallenfußball-Turnier um den Söding-Pokal gewinnen
konnte. Ganz sicher lässt sich das allerdings nicht nachweisen, so oder so war
es ein historischer Triumph.
Text und
Fotos: Stephan Dettmer
Gast aus Israel am JGS
Regelmäßig
werden Gäste eingeladen, um am Jacobson-Gymnasium über sich, ihren Beruf oder
ein bestimmtes Fachgebiet vor Schülerinnen und Schülern zu sprechen. Selten
läuft das nicht auf Deutsch sondern auf Englisch ab. Noch viel seltener ist der
Gast im gleichen Alter wie die Zuhörenden. Als letzte Woche die 18-jährige
Lina*, eine arabische Israelin aus Jerusalem, das JGS besucht, traten beide
eher unwahrscheinliche Fälle zugleich ein. Auf Englisch erzählte sie
Schülerinnen und Schülern der Oberstufe von ihren persönlichen Erfahrungen und
ihrer Sicht auf den Nahostkonflikt.
Die
Veranstaltung fand im Rahmen des Projekts „The truth is a puzzle!“ statt,
welches helfen möchte, eine gewisse Sprachlosigkeit nach dem Hamas-Überfall auf
Israel zu überwinden. „Der Konflikt ist längst (…) prägend in den
Klassenzimmern Deutschlands, aber eben gefährlich nicht-öffentlich“, heißt es
in der Ankündigung der Veranstaltung. Dahinter steht der Verein
Peer-Leader-International, der im Bereich „Peer-to-Peer-Empowerement“ tätig
ist. Hinter diesem Begriff verbirgt sich eben das Sprechen von Gleichaltrigen
miteinander.
Zu
Beginn schilderte Lina ihren eigenen Hintergrund: Sie wuchs als arabische
Staatsbürgerin Israels auf, spricht Arabisch und Hebräisch und engagiert sich
als Aktivistin zivilgesellschaftlich. Ihre doppelte Identität prägte ihr
bisheriges Leben. Besonders eindrücklich wurde dies am Beispiel eines Erlebnisses ihrer Grundschulzeit.
Sie hatte sich mit einem anderen Mädchen aus ihrer Klasse angefreundet. Als
dieses allerdings ihren Eltern von der arabischen Herkunft Linas berichtete,
verboten sie ihrem Kind weiterhin mit Lina zu spielen. Auch an anderen Stellen
ihres Vortrags beschrieb Lina immer wieder das Gefühl, nirgends richtig
dazuzugehören.
Bezüglich
des Nahostkonflikts erläuterte sie, dass innerhalb beider Gemeinschaften
vielfältige Meinungen existieren, die sich nicht auf einfache Kategorien
reduzieren ließen. Und sie sprach häufig von Fehlern, die gemacht wurden und
auch noch gemacht werden. Die Schülerinnen und Schüler aus dem 12. Jahrgang
machten von der Möglichkeit, dem Gast Fragen zu stellen, eifrig Gebrauch. Lina
nutzte diese Fragen, um sehr engagiert und anschaulich ihre Sicht
darzustellen.
So
erhielten die Schülerinnen und Schüler einen persönlichen Einblick, der dabei
helfen kann, die komplexen Hintergründe des Konflikts besser zu verstehen und
zwischen politischen Positionen und individuellen Lebensrealitäten zu
unterscheiden.
*Name
geändert
Fotos
und Text: René Kürbitz