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Besuch von Fr. Kreiser, Europaplanspiel und Stimme im Klassenzimmer - Jacobson-Gymnasium Seesen

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Politik hautnah, Europa im Planspiel und Erinnerungsarbeit gegen Rechts

Der Monat März bot Schülerinnen und Schülern des Jacobson-Gymnasiums mit gleich drei besonderen Veranstaltungen die Gelegenheit, sich intensiv und unmittelbar mit Politik auseinanderzusetzen. Im Mittelpunkt standen dabei die Arbeit einer Bundestagsabgeordneten, die europäische Zusammenarbeit und das gesellschaftliches Engagement gegen rechtsextremistische Gewalt.
Letzteres geschah vom 11. bis zum 18. März durch den Besuch der Wanderausstellung „Erinnern heißt Kämpfen“, die sich mit Todesopfern rechter Gewalt in Niedersachsen seit 1990 beschäftigt. Weit reisen mussten die Gymnasiasten dafür nicht. Die Ausstellung war nämlich direkt im Schulzentrum Seesen, aufgeteilt zwischen dem Gymnasium und der Oberschule, zu besichtigen. Während im Forum des Gymnasiums grundlegende Begriffe, gesellschaftliche Hintergründe und Erfassungskriterien thematisiert wurden, präsentierte die Oberschule persönliche Porträts der Opfer sowie weitere dokumentierte Fälle. Ein abschließender Teil widmete sich verschiedenen Formen des Erinnerns und dem gesellschaftlichen Umgang mit rechter Gewalt. Während viele Lerngruppen aus den Jahrgängen 9 bis 13 diese Gelegenheit nutzten, waren die anderen zwei Aktionen exklusiv für den zehnten Jahrgang geplant.
Am 10. März fand der Besuch der Bundestagsabgeordneten Dunja Kreiser (SPD) statt. Nachdem ein Treffen während der Berlinfahrt im vergangenen Jahr nicht zustande gekommen war, holte die Politikerin den Austausch nun nach. In einer Doppelstunde berichtete sie aus ihrem Arbeitsalltag im Bundestag und stellte sich den zahlreichen Fragen der Schülerinnen und Schüler. Dabei ging es nicht nur um aktuelle politische Themen, sondern auch um ihren persönlichen Werdegang und die Herausforderungen politischer Entscheidungsprozesse. Die Jugendlichen nutzten die seltene Gelegenheit, Politik aus erster Hand zu erleben. Der volle Terminplan der Abgeordneten war dann der Grund, dass die Gesprächsrunde beendet werden musste, obwohl es noch mehrere Fragen aus den Reihen des Publikums gab. Dunja Kreiser zeigte sich nach der Veranstaltung beeindruckt davon, wie gut sich die Schülerinnen und Schüler auf das Treffen vorbereitet hatten, denn so eine Vielzahl an präzisen Fragen, wie etwa zur Agrardieselrückvergütung, erlebe sie selten.
Am 12. und 13. März folgte ein zweitägiges Europaplanspiel, das vom Civic-Institut für internationale Bildung durchgeführt wurde. In klassenübergreifenden Gruppen schlüpften die Schülerinnen und Schüler in die Rollen von Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten. Zur Auswahl standen die Themen „Global Security“ mit Fokus auf Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie „Global Shift“, das sich mit internationaler Handelspolitik befasste. Nach einer Einführung in die Strukturen der Europäischen Union und einer intensiven Vorbereitungsphase begannen am zweiten Tag die Verhandlungen im simulierten Europäischen Rat. In Diskussionen, informellen Gesprächen und abschließenden Abstimmungen erarbeiteten die Teilnehmenden gemeinsame Positionen. Das Planspiel vermittelte nicht nur Fachwissen, sondern förderte auch Argumentationsfähigkeit, Teamarbeit und ein tieferes Verständnis für komplexe politische Prozesse auf europäischer Ebene. Die Reflexion am Ende der Veranstaltung bewies sowohl auf Veranstalter- als auch auf Teilnehmerseite eine breite Zufriedenheit mit dieser Veranstaltung.
Ende April wird Prof. Dr. Asghari, Bundestagsabgeordneter der CDU, den zehnten Jahrgang des JGS anlässlich des diesjährigen EU-Pojekttages besuchen. An diesem Tag möchte er mit den Schülerinnen und Schülern über Europa in der Welt sprechen. Dafür sind sie unter anderem durch die drei beschrieben Aktionen bestens vorbereitet.
Text: René Kürbitz
Fotos: Katja König

Stimme(n) im Klassenzimmer

Was haben Moped fahren und mit einem Strohhalm blubbern gemeinsam? Auf den ersten Blick ist das eine ziemlich merkwürdige Kombination. Wenn man dann ergänzt, dass diese im Rahmen einer Musikveranstaltung am JGS zu erleben war, kommt man der Auflösung dieses Rätsels als Außenstehender auch nicht wirklich näher.
Aber für die 5c und die 6c des JGS ist der Zusammenhang durch den Besuch von Hanna Carlson schnell klar geworden. Die Musikerin reiste im Rahmen des Programms „Stimme(n) zu Gast im Klassenzimmer“ nach Seesen, um den Schülerinnen und Schülern das Instrument des Jahres näher zu bringen. Einen Klangkörper, auf den nahezu jeder Zugriff hat: die Stimme. Dabei wurde den Schülerinnen und Schülern vor allem die Vielfalt ihrer eigenen Stimmkraft aufgezeigt. Das tat Hanna Carlson zum Beispiel dadurch, dass die Kinder durch das Imitieren von Mopedgeräuschen ihre Stimmen aufwärmten und dann mit weiteren Übungen, wie dem blubbernden Summen von Liedern, Zugang zur eigenen Stimme und ihrer Wirkung erhielten.
Ausgehend von dem Vergleich mit einer Gitarre erarbeitete die Musikerin gemeinsam mit den beiden Chorklassen, was den menschlichen Klangkörper ausmacht und dabei entstand an der Tafel „Voicy“. Diese Figur machte für die Schülerinnen und Schüler ersichtlich, welche Körperteile für das Singen von besonderer Bedeutung sind.
Am Beispiel des Lieds von Bosse „Alles ist jetzt“ konnte das Singen mit verschiedenen Emotionen ausprobiert werden. Dafür zogen die Schülerinnen und Schüler Emotionskarten und sangen dann den Refrain in der entsprechenden Emotion.
„Stimme(n) zu Gast im Klassenzimmer“ wird derzeit realisiert durch „Musikland Niedersachsen“ und gefördert durch das Niedersächsische Kultusministerium und die Niedersächsische Sparkassenstiftung. Neben Hanna Carlson besuchen noch weitere Stimmexpertinnen und -Experten bis Ende November Schulklassen in Niedersachsen. Ob durch Kehlkopfgesang, BeatBoxing, Harsh Vocals oder Vocal-Jazz, Ziel ist es dabei immer, die Variationen der Stimme als Instrument deutlich zu machen.
Für die beiden Chorklassen am JGS ist durch die Doppelstunde mit Hanna Carlson einmal mehr erfahrbar geworden, dass die Stimme ein ganz besonders persönliches Instrument ist und nicht nur der Musik dient, sondern auch dem Ausdruck von Meinungen, Emotionen und Persönlichkeit.
Text und Fotos: René Kürbitz
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